Museum bei der Kaiserpfalz
Museumsmaskottchen Ingo Merkurius
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1.12.2018 bis 13.1.2019
Positionen des Realismus
Pastelle von Johannes Grützke, Susanne Mull und Gerlinde Zantis
Kunstausstellung

Johannes Grützke (1937-2017), einer der bedeutendsten realistischen deutschen Maler des zwanzigsten Jahrhunderts, griff die in den 1970er Jahren die in Vergessenheit geratene künstlerische Technik des Pastells wieder auf. In genialer Weise nutzte er dabei die Kombination von Malerei und Zeichnung. Die 1963 geborene Gerlinde Zantis markiert eine gegensätzliche Position: Sie lotet in ihren fast monochromen Zeichnungen die expressive Grenze der Technik aus und beschreibt dunkle Welten, die durch ihre Reduktion und gleichzeitige Perfektion faszinieren. Susanne Mull, geboren 1967, scheint beide Positionen zu verbinden: Koloristische Vitalität der Darstellung verknüpft sie mit formaler Akkuratesse und treibt die Kreidezeichnung weit über bisher Gesehenes hinaus. Alle drei beweisen die künstlerische Relevanz dieser unmittelbaren bildnerischen Technik. Sie offenbaren darüber hinaus die unerschöpfliche Innovationskraft des Pastells.

Kuratorin: Dr. Ingeborg Domes, Museum bei der Kaiserpfalz
Gast-Kurator: Dietmar Gross
Veranstaltungsort: Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus, François-Lachenal-Platz 1, 55218 Ingelheim am Rhein
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr, Donnerstag, 6.12.2018, von 11 bis 19 Uhr / geschlossen 24. bis 26.12. und 31.12.2018 sowie 1.1.2019
Eintritt: 3 € / 2 €*, Kombikarte mit Museum: 5 € / 3,50 €* (*ermäßigt in geführten Gruppen)

Abbildung: Johannes Grützke »zu Dritt« (1975), Pastell
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Jörg Horn
Donnerstag, 13.12.2018, 12.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Die Heimat des Burgunderweins
Kurzvortrag

Bereits Karl der Große schätzte den Burgunderwein. Die Stadt Ingelheim wirbt damit, dass sie dem Karolinger die Leidenschaft für Rotwein und den Anbau von Burgunderreben zu verdanken hat. Burgund ist eine alte Kulturlandschaft mit einer langen, abwechslungsreichen Geschichte. Ingelheim spielt darin noch an anderer Stelle eine Rolle: Die modisch bewusste Burgunderin Agnes von Poitou heiratete im Jahr 1043 in der Ingelheimer Kaiserpfalz Heinrich III. Heute ist Autun, in der Region Bourgogne-Franche-Compté gelegen, die französische Partnerstadt Ingelheims. Die in Burgund geborene Ingelheimerin Michelle Charvolin-Dörr stellt uns die im Herzen Frankreichs liegende Region vor.

Vortrag: Michelle Charvolin-Dörr, Museum bei der Kaiserpfalz
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süße Überraschung aus Burgund)

Abbildung: »Von den Ufern des Rheins: Karl der Große in der Pfalz zu Ingelheim zur Zeit der Weinlese, 800«, Sammelbild (Ausschnitt), Repro: Dr. Gabriele Mendelssohn
Sonntag, 6.1.2019, 11 Uhr
Öffentliche Führung
Drei Künstlerpersönlichkeiten, drei Sichtweisen, eine Technik

Beim Rundgang durch die Ausstellung »Positionen des Realismus – Pastelle von Johannes Grützke, Susanne Mull und Gerlinde Zantis« erläutert Kunsthistorikerin Susanne Krenzer-Mattes die unterschiedlichen Sichtweisen der drei Künstlerpersönlichkeiten und verortet die Werke in der Kunstgeschichte.

Führung: Susanne Krenzer-Mattes M. A., Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstaltungsort: Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus, François-Lachenal-Platz 1, 55218 Ingelheim
Eintritt: 6 € (inkl. Wein und Gebäck)

Abbildung: Johannes Grützke »zu Dritt« (1975), Pastell
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Jörg Horn
Donnerstag, 10.1.2019, 12.30 Uhr
Kunst am Mittag
Pastelle im Fokus
Kurzvortrag

Die Kunsthistorikerin Susanne Krenzer-Mattes vermittelt Wissenswertes über die Pastell-Technik anhand ausgesuchter Werke.

Vortrag: Susanne Krenzer-Mattes M. A., Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstaltungsort: Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus, François-Lachenal-Platz 1, 55218 Ingelheim
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süße Überraschung)

Abbildung: Gerlinde Zantis »Dept07 Ruisseau de Champ Roux II«, 2017, Pastell
© Gerlinde Zantis, Foto: Michael Dohle
Samstag, 12.1.2019, 14 - 17 Uhr
Pastelltechniken
Einblicke in die Werkstatt
Workshop mit Ausstellungsführung durch die Künstlerin Susanne Mull

Pastell, vom italienischen »pasta« für Teig, bezeichnet sowohl das Material als auch das damit hergestellte Bild: Mit Pastellkreide werden Pigmente auf einen Malgrund aus Papier, Pappe oder Leinwand aufgetragen.
Susanne Mull stellt in der Ausstellung die unterschiedlichen Arbeitsweisen der beiden Künstlerinnen und des Künstlers gegenüber. Im praktischen Teil werden die Techniken dann ausprobiert.

Kursleitung: Nadine Hanssen, Museum bei der Kaiserpfalz / Susanne Mull, Dienheim
Veranstaltungsort: Altbau Pestalozzischule, Museumspädagogik, Mainzer Str. 68, 55218 Ingelheim
Teilnehmer: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: bis 17 Jahre 18 €, ab 18 Jahre 26 € pro Person inkl. Materialkosten; zusätzliches Material wird extra berechnet
Anmeldung bis 19.12.2018 im Museum, Telefon 06132•714701

Abbildung: Susanne Mull »Die Wirtin (Hommage á Manet)« 2018, Pastell
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Susanne Mull
Sonntag, 13.1.2019, 14 Uhr
Finissage
Positionen des Realismus – Pastelle von Johannes Grützke, Susanne Mull und
Gerlinde Zantis

Kunstdiskurs

Gespräch mit den Künstlerinnen Susanne
Mull und Gerlinde Zantis sowie dem Gast-Kurator Dietmar Gross. Im
Anschluss besteht die Möglichkeit, Ausstellungskataloge von den
Künstlerinnen signieren zu lassen.

Moderation: Susanne Krenzer-Mattes M. A., Museum bei der Kaiserpfalz

Eintritt frei

Abbildung: Johannes Grützke »zu Dritt« (1975), Pastell
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Jörg Horn
Donnerstag, 14.2.2019, 12.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Xocoatl – eine süße Versuchung
Kurzvortrag

Über mehrere Jahrhunderte blieb die Schokolade ein Luxusgenuss für die Reichen und Mächtigen. Erst mit der Intensivierung des Fernhandels und der Verbesserung von Produktionsverfahren konnte sich das Volk ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert ebenfalls diesem Genuss hingeben. Heute gehört Schokolade für viele zu den beliebtesten Gaumenfreuden.
In der Vortragsreihe »Geschichte am Mittag« gibt es im Anschluss an die jeweilige Veranstaltung neben einer Tasse Kaffee auch eine süße Überraschung in Form einer Praline. Die »Speise der Götter« soll diesmal nicht nur i-Tüpfelchen sein, sondern im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. In ihrem Vortrag lädt Barbara Timm zu einem Kurztrip in die Geschichte der Schokolade ein. Die Reise beginnt in den Anbaugebieten der Kakao-Bohne und endet mit einer kleinen humoristischen Episode aus dem Sammelalbum Nr. 12 der Kölner Firma Stollwerck.

Vortrag: Barbara Timm, Dipl.-Museologin, Ingelheim am Rhein
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süße Überraschung)
Donnerstag, 14.3.2019, 12.30 Uhr
Kunst am Mittag
Der Tassilokelch und die Geschichte der Niello-Technik
Kurzvortrag

788 wurde dem Baiernherzog Tassilo III. in der Ingelheimer Kaiserpfalz von Karl dem Großen der Prozess gemacht. Im Museum bei der Kaiserpfalz erinnert an dieses Ereignis die Kopie eines aufwändig verzierten Altargeräts, des Tassilokelchs. Das Original aus dem 8. Jahrhundert wird im Stift Kremsmünster aufbewahrt. Auftraggeber des Kunstwerks waren Tassilo und seine Frau Liutpirc. Die Ornamentik des Kelchs besteht aus Tiergeflecht, Palmetten und Flechtwerk in Kerbschnitt mit Vergoldung. Die bildlichen Darstellungen und Streifen sind in Silberniello ausgeführt. Im Kurzvortrag wird diese Technik am Beispiel des Kelchs näher vorgestellt.

Vortrag: Roman Borkowski M. A., Dipl.-Restaurator
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süße Überraschung)
Samstag, 16.3.2019, 14 - 16 Uhr
Straße der Begegnungen
Frauen auf dem Vormarsch
Interkulturelle Stadtführung

Ober-Ingelheim bildete Mitte des 19. Jahrhunderts ein rheinhessisches Zentrum für politisch-revolutionäre Ideen und republikanisches Engagement. Als Mitbegründer der Ober-Ingelheimer Casino-Gesellschaft, heute Verein Haus Burggarten, setzte sich vor allem der frühere napoleonische Offizier, Jurist und Hessische Landtagspräsident Dr. Martin Mohr für die Einführung der Demokratie ein. In dieser stürmischen Umbruchszeit entstand auch die deutsche Frauenbewegung, die für weibliche Mündigkeit und eine bessere Mädchenbildung kämpfte. 70 Jahre später, am 19. Januar 1919, durften auch die Ingelheimerinnen erstmals zum Wahlzettel greifen. Anlässlich des Jubiläums »100 Jahre Frauenwahlrecht« wandelt die Interkulturelle Stadtführung auf den revolutionären Spuren Ingelheimer Demokratiegeschichte und bettet diese mit Hilfe lebendiger Zeitzeugenberichte in die Entwicklung der Frauenbewegung weltweit ein.

Eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit dem Migrations- und IntegrationsBüro der Stadt Ingelheim sowie dem Beirat für Migration und Integration der Stadt Ingelheim.

Führung: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim am Rhein
Anmeldung erforderlich bis 8.3.2019 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Treffpunkt: Wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Eintritt frei, um Spenden für Deutschkurse wird gebeten

Foto: Dr. Gabriele Mendelssohn
Samstag, 6.4.2019, 14 - 17 Uhr
Alte Techniken neu entdeckt
Herstellen einer Schmuckinitiale auf Pergament
Workshop

Eine Initiale ist ein schmückender Anfangsbuchstabe von Kapiteln oder Abschnitten in einem handgeschriebenen Text. Jahrhunderte lang trugen in Gold und in leuchtenden Farben illuminierte Buchstaben dazu bei, die Wirkung des Wortes im wahrsten Sinne aufzuhellen. Im Workshop werden Materialien vorgestellt und eine Schmuckinitiale auf Pergament mit Aquarell und Blattgold Schritt für Schritt ausgeführt.

Kursleitung: Nadine Hanssen, Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstaltungsort: Altbau der Pestalozzischule, Museumspädagogik, Mainzer Str. 68, 55218 Ingelheim
Teilnehmer: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: bis 17 Jahre 12,00 €, ab 18 Jahre 20,00 € pro Person inkl. Materialkosten und Museumseintritt
Anmeldung bis 29.3.2019 im Museum, Telefon 06132•714701
Donnerstag, 11.4.2019, 12.30 Uhr
Kunst am Mittag
Ingelheimer Straßennamen – Die Veit-Stoß-Straße
Kurzvortrag

Streitbar soll er gewesen sein und stolz. Zeitgenossen beschrieben ihn als einen »irrig und geschreyig Mann«: Veit Stoß, Maler, Bildschnitzer und Kupferstecher aus Horb am Neckar. Als Zeitgenosse Albrecht Dürers ist er ein wichtiger Vertreter der Spätgotik, einer Epoche, die an der Schwelle zur Neuzeit ihre ganz spezielle Ausprägung in Architektur, Bildkünsten und Kirchenausstattungen erfährt. Der Kurzvortrag im Rahmen der Serie »Ingelheimer Straßennamen« gibt einen Einblick in Leben und Werk des Künstlers Veit Stoß, dessen Hauptwirkungsstätten Krakau und Nürnberg waren. Sein Werk umfasst neben Gemälden, Grabdenkmälern und Kupferstichen auch prächtige Altarretabel, die den Betrachter bis heute in ihren Bann ziehen.

Vortrag: Miriam Maslowski, Museum bei der Kaiserpfalz
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süße Überraschung)
Samstag, 27.4.2019, 11 - 14 Uhr
Auftaktveranstaltung zum XII. Römertag Rheinhessen
Aus der Erde geborgen – Römische Funde aus Ingelheim

Landrätin Dorothea Schäfer eröffnet den diesjährigen Römertag Rheinhessen im Museum bei der Kaiserpfalz. In einem Kurzvortrag berichtet PD Dr. Peter Haupt nicht nur über neue römische Funde aus Ingelheim, sondern zeigt auch einen Teil im Original.

Eintritt frei
Sonntag, 28.4.2019, 11 - 14 Uhr
XII. Römertag Rheinhessen
Aus der Erde geborgen – Römische Funde aus Ingelheim

Das Museum bei der Kaiserpfalz bietet auch in diesem Jahr wieder ein dreistündiges Familienprogramm mit »Kinder führen Kinder», Workshops, einem Imbiss nach römischen Rezepten und römischen Kinderspielen.

Leitung: Dr. Ingeborg Domes, Museum bei der Kaiserpfalz
Das Museum ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Eintritt und alle Angebote zum Römertag Rheinhessen sind ganztägig kostenfrei.
Museumsmaskottchen Ingo Merkurius

Donnerstag, 16.5.2019, 12.30 Uhr
Kunst am Mittag
»... meine eigentliche Heimat« – Ingelheim aus Sicht des Malers Ludwig Göbel
Kurzvortrag

Der Künstler Ludwig Göbel (1889-1964) wuchs in Nieder-Ingelheim auf und wurde 1912 zum Studium an der renommierten Königlich Bayerischen Akademie der Bildenden Künste in München zugelassen. Auch während seiner Jahre in Frankfurt Höchst und München verbrachte Göbel viele Sommer in seinem Ingelheimer Elternhaus, bis er 1950 endgültig dorthin, in seine »eigentliche Heimat«, zurückkehrte. Auch wegen seiner großen Wandmalereien am Wäschbach-Kindergarten, im Nieder-Ingelheimer Rathaus oder im Schalterraum der Kreissparkasse sowie der künstlerischen Bearbeitung lokaler Szenerien darf Göbel als bedeutender Chronist Ingelheimer Zeitgeschichte gelten.

Vortrag: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim am Rhein
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süße Überraschung)
Sonntag, 19.5.2019, 11 Uhr
Internationaler Museumstag
Marmor, Stein und Rankenzier
Öffentliche Führung

Seit jeher haben Menschen einen Sinn für die ornamentale Gestaltung ihrer Umwelt. Ob auf Keramik der Jungsteinzeit, auf Terra Sigillata-Geschirr und Grabsteinen der Römerzeit oder auf Schmuck und an Bauwerken des Mittelalters – überall finden sich Ornamente. Es gibt gegenständliche, plastische, abstrakte und stilisierte Ornamente. Besonders beliebt sind geometrische Motive oder stilisierte Pflanzen und Tiere. In der Führung werden Museumsobjekte mit unterschiedlichen Ornamenten aus verschiedener Epochen von einer Kunsthistorikerin vorgestellt.

Führung: Miriam Maslowski, Museum bei der Kaiserpfalz
Das Museum ist bei freiem Eintritt von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Führung ist kostenfrei.
Freitag, 24.5.2019, 18 - 23 Uhr
Nacht der Kunst
im Museum bei der Kaiserpfalz

Auch in diesem Jahr beteiligt sich das Museum an der Nacht der Kunst auf dem François-Lachenal-Platz vor dem Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus in Nieder-Ingelheim. Das aktuelle Programm finden Sie zeitnah auf unserer Internetseite und in der lokalen Tagespresse.

Eintritt frei
Samstag, 25.5.2019, 14 - 16 Uhr
Straße der Begegnungen
»Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl« (Herbert Grönemeyer)
Interkulturelle Stadtführung

Eng mit der »typisch deutschen« Regionalität verbunden, erlebt der Heimat-Begriff aktuell eine Renaissance. Der Geruch frisch gemähten Heus, der Dialekt des Schulfreundes, der Ruf des Eichelhähers oder die Knödel der Großmutter – Heimat ist für viele sinnlich-emotional aufgeladen. Dabei bewegt sich der Begriff im gegenwärtigen Diskurs oft im Spannungsfeld zwischen politischer Ausgrenzung, regionaler Identität und gemütlicher Nostalgie.
In der Interkulturellen Führung nähern wir uns kulturhistorisch und kulturübergreifend dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Zeitzeugen, die als »Zugezogene« in Ingelheim einen neuen Lebensmittelpunkt, eine »Heimat 2.0«, gefunden haben, berichten von ihren persönlichen Erfahrungen.

Eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit dem Migrations- und IntegrationsBüro der Stadt Ingelheim sowie dem Beirat für Migration und Integration der Stadt Ingelheim.

Führung: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim am Rhein
Anmeldung erforderlich bis 17.5.2019 im Museum, Tel. 06132•714701 / Begrenzte Teilnehmerzahl
Treffpunkt: Wird bei Anmeldung bekannt geben
Eintritt frei, Spenden erbeten für Deutschkurse

Foto: Dr. Gabriele Mendelssohn
Donnerstag, 13.6.2019, 12.30 Uhr
Geschichte am Mittag
»Vergiss nie deine Heimat, wo deine Wiege stand, denn in der Ferne findest du kein zweites Heimatland«
Kurzvortrag

Was ist »Heimat« überhaupt? Für den einen ist es der Ort, in dem er geboren wurde, für den anderen der Platz, an dem er in seinem Leben sesshaft geworden ist, und für den nächsten ein tief verwurzeltes Gefühl des Vertrauens in die Bleibe, die er sein Zuhause nennt, oder den Platz, an dem er sozial angesiedelt ist. Doch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Begriff von nüchterner Prägung und stammte aus dem juristischen Bereich. Heimat war einzig und allein der Ort, an dem man geboren wurde und in dem man heimatberechtigt war.

Im Vortrag geht es um den Wandel des Begriffs »Heimat« im Laufe der Jahrhunderte, unterstützt von verschiedenen Archivalien aus dem Ingelheimer Stadtarchiv speziell zur Ingelheimer Geschichte.

Vortrag: Nadine Gerhard, Stadtarchivarin, Ingelheim am Rhein
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süße Überraschung)

Abbildung: »Ortsbürgereid«, © Stadtarchiv Ingelheim am Rhein, Inv.-Nr. Rep. WH-468