[Studioausstellung – 9. November 2008 bis 14. Juni 2009]
9. November 2008 bis 14. Juni 2009 Die Ausstellung wird bis zum 12. Juli 2009 verlängert »Ihr Heimesgässler, wir sehen uns wieder!« (Johanna Mayer, 1942 in Theresienstadt ermordet) Jüdisches Leben in Ingelheim vom Spätmittelalter bis 1942
Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Ingelheimer Juden vom Mittelalter bis zu ihrer Deportation. Dabei beschränkt sie sich nicht auf die Darstellung der Juden als Verfolgte, sondern zeichnet deren Selbstverständnis als Juden und Deutsche nach.
Als Einstieg wird ein Einblick in die älteste monotheistische und zugleich das Christentum prägende Religion gegeben, deren Anhänger bis heute religiösen Diffamierungen und antisemitischen Vorurteilen ausgesetzt sind.
Das jüdische Leben in Ingelheim war vielfältig. In historische Abschnitte gegliedert setzt sich die Präsentation mit der wechselhaften Situation Ingelheimer Juden auseinander, ausgehend vom Spätmittelalter über die Epochen des Humanismus, des Absolutismus und der Aufklärung, die Zeiten des Kaiserreichs und der Weimarer Republik bis schließlich zur Deportation der letzten Juden im „Dritten Reich“.
Die Geschichte der Ingelheimer Juden ist mit der Geschichte der Stadt verwoben. Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten zwischen jüdischer und nichtjüdischer Bevölkerung ergaben sich immer wieder im Alltagsleben. Ingelheimer Juden leisteten genauso ihren Beitrag zur Entwicklung ihrer Heimatgemeinde wie ihren Tribut besonders während des Ersten Weltkrieges. Dieses Miteinander auf der Basis staatsbürgerlicher Gleichstellung fand während der Zeit des Nationalsozialismus ein gewaltsames Ende.
Die Eröffnung der Ausstellung am 8. November 2008 liegt in zeitlicher Nähe zur Pogromnacht vor 70 Jahren, in der sich die Gewalt gegen die jüdischen Bürger Ingelheims vor den Augen der Öffentlichkeit abspielte.
Für das Jahr 2010 ist eine weitere Ausstellung geplant, die sich speziell mit der Zeit des Nationalsozialismus in Ingelheim auseinandersetzt. Beide Museumsausstellungen sind Begleitveranstaltungen des Projektes „Ingelheim im Nationalsozialismus“, in dem seit November 2007 diese Epoche der Stadtgeschichte systematisch aufgearbeitet wird.