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Johanna von Ingelheim
Die legendäre Päpstin soll im 9. Jahrhundert zwischen Papst Leo IV. und Papst Benedikt III. als Johannes Anglicus regiert oder, anderen Überlieferungen zufolge, um 1100 gelebt haben. Es gibt mehrere Versionen der Fabel über die Päpstin, über deren Existenz erstmals in der Chronica universalis Mettensis des Jean de Mailly Mitte des 13. Jahrhunderts berichtet wird.
Der Name Johanna geht auf die Chronik des Dominikaners Martinus Polonus (oder Martin von Troppeau) zurück.

Die Autorin des Romans »Die Päpstin« Donna W. Cross verweist auf die Existenz eines sehr alten Exemplars des Liber Pontificalis, einer höchst umstrittenen Handschrift, in der das Pontifikat Johannas verzeichnet sei. Der Eintrag über Johanna stamme jedoch aus späterer Zeit. Sie führt in ihrem Buch noch weitere Zeugnisse auf.

In Ingelheim finden sich keinerlei Spuren dieser Frau.


Neuere Literatur:

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon.
Bd. III (1992), Spalten 190-192 (Autorin: Karin Groll)

Donna W. Cross:
Die Päpstin. Historischer Roman, Berlin 1996

Elisabeth Gössmann:
Die Päpstin Johanna. Der Skandal eines weiblichen Papstes, Berlin 1998

Peter Stanford:
Die wahre Geschichte der Päpstin Johanna, Berlin 2000

Emmanuel Rhoides:
Die Päpstin Johanna von Ingelheim, Berlin 2000

Ingeborg Kruse:
Johanna von Ingelheim. Das wahre Leben der Päpstin Johanna, Berlin 2002


Ältere Literatur:
Merckwürdige Historie der Päpstin Johanna, aus des Herrn von Spanheim (…) Lateinischen dissertation von dem Herrn L’Enfant gezogen und von demselben nebst verschiedenen Anmerkungen des Herrn Vignoles (…) herausgegeben (…), Frankfurth und Leipzig 1737

Siegmey, der Reimschmied:
Die Päpstin. Höchst seltsame Historie, so im 9. Jahrhundert passiret war. Mit possirlichen Bildlein geschmückt von Bruder Guthknecht Berolinensis. 3. Aufl., Leipzig 1879

Ludwig Gorm:
Päpstin Johanna, München 1912